Seniorenwohnen muss laut ZIA ausgebaut werden

Im jährlichen Frühjahrsgutachten blickt der ZIA (Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.) auf den deutschen Immobilienmarkt. Für 2020 stellt er fest: Die Angebote für Seniorenwohnen sind zu wenig. Dabei sind Pflegeimmobilien aufgrund der demografischen Entwicklung notwendig wie nie zuvor.

Die Anzahl älterer Menschen wächst stetig in Deutschland. Die wenigsten leben in einer Wohnung, die auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnitten ist. Um den zukünftigen Bedarf aufzufangen, müssen Projektentwickler jetzt aktiv werden. Bild: pexels.com

Nachweislich sind erfolgreiche Immobilieninvestments abhängig von der langfristigen Nachfrage und anhaltenden Trends. Ein enormes Potential bieten daher Pflegeimmobilien beziehungsweise Seniorenunterkünfte. Aufgrund der demografischen Entwicklungen in Deutschland wächst der Bedarf an Pflegeplätzen exponentiell. Ab 2025 erwartet die Bundesrepublik einen beträchtlichen Nachfrageschub, da die Menschen der besonders geburtenstarken Baby-Boomer-Generation ins Rentenalter eintreten. Bis mindestens zum Jahr 2060 wird es einen erhöhten Bedarf an seniorengerechten Wohneinheiten geben. Aktuell liegt der Marktanteil für Angebote von Seniorenwohnen für Menschen, die älter als 65 Jahre sind, bei nur zwei Prozent, so die Auswertung von ZIA. Noch gelingt es dem Wohnungsmarkt nicht entsprechend nachzurüsten. Bereits 2018 stellte das Statistische Bundesamt fest, dass 85 Prozent der Senioren keinen barrierefreien Zugang zu ihrer Wohneinheit haben. Insgesamt gelten laut der Statistik nur zwei Prozent aller Wohnungen in Deutschland als barrierearm.

Angebote für Seniorenwohnen liegen unter der Nachfrage

Etwa 7.000 Wohnanlagen in Deutschland bieten nach der aktuellen Auswertung des ZIA Wohneinheiten für ältere Menschen an. Insgesamt werden so 300.000 Wohnungen für Senioren bereitgestellt. Etwa 600 Anlagen befinden sich derzeit im Bau und werden in den nächsten Jahren fertig gestellt. Trotz der Bemühungen ist der Versorgungsgrad niedrig. Nur 1,8 Prozent der Menschen in Deutschland über 65 Jahre bewohnen derzeit eine Wohneinrichtung für Senioren. Die Angebote variieren von klassischem Wohnen ohne Betreuungs- und Serviceleistungen und Angeboten von vollstationären Aufenthalten in Pflegeeinrichtungen mit allen Betreuungs- und Serviceleistungen. Laut ZIA sind 85 Prozent der existierenden Anlagen für Seniorenwohnen eher klein und verfügen über durchschnittlich 44 und maximal 80 kleinere Wohneinheiten. Die reine Kaltmiete, ohne Servicepauschalen, liegt meist bei etwa 9,00 Euro pro Quadratmeter und befindet sich damit über der durchschnittlichen Kaltmiete in Deutschland.

Experten sehen Potential für Investments in Pflegeimmobilien

Ein Investment in Pflegeimmobilien bietet somit zahlreiche Möglichkeiten für private und institutionelle Anleger. Vom Kauf einer einzelnen Wohneinheit bis zur Beteiligung an großen Bauprojekten lassen sich aufgrund der hohen Nachfrage attraktive Renditen erzielen. „Im Jahr 2060 überschreitet jeder dritte Deutsche das 65. Lebensjahr, jeder siebte befindet sich sogar jenseits der 80. Mit einem rapiden Anstieg von 33 Prozent sieht die Branche sich bereits bis 2030 mit der Herausforderung von 3,5 Millionen Pflegebedürftigen konfrontiert, was eine Notwendigkeit von schätzungsweise 371.000 zusätzlichen Pflegeplätzen bedeutet. Bei einem derartigen Wachstum gilt die Nachfrage als gesichert und auch Bedenken zur Rentabilität eines bestimmten Standortes entfallen fast vollständig – die Pflegeimmobilie ist demnach eine risikoarme Anlage“, bewertet Sebastian Reccius von der DI Deutschland.Immobilien AG die aktuelle Situation.

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