Immobilienweisen geben gute Prognose für Immobilienmarkt 2020

Jedes Jahr gibt das ZIA (Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.) Frühjahrsgutachten der „Immobilienweisen“ frühzeitig Aufschluss über die Entwicklung der Immobilienwirtschaft in Deutschland. Für 2020 sehen die Experten gute Voraussetzungen. Kurskorrekturen in der Politik könnten die Bedingungen für alle Seiten zusätzlich verbessern.

Aufgrund der aktuellen Zinslage gilt Wohneigentum als beste und sicherste Wertanlage überhaupt. Bild: https://de.freepik.com/fotos-vektoren-kostenlos/geschaeft.

Bereits seit 2016 liegt der Europäische Leitzins im Nullbereich und beschert Kreditnehmern günstige Konditionen zur Rückzahlung. Da sparen durch die Niedrigzinspolitik zunehmend unattraktiv wird, entscheiden sich viele Verbraucher in Deutschland für Immobilien als langfristige Geldanlage. Fehlendes Kapital kann durch niedrig verzinste Kredite leicht aufgestockt werden. Die Auswertung der Daten von 2019 zeigen dementsprechend erneut einen dynamischen Anstieg der Konsumentenkredite durch private Haushalte. Mit 2.840 Mrd. Euro lag das gesamte Kreditvolumen 4,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Immobilienweisen sind sich einig: Da sich die Niedrigzinsphase auch 2020 fortsetzt, bleiben auch die Finanzierungsbedingungen für Immobilien günstig. Entsprechend hoch bleibt auch die Nachfrage nach Krediten für den Haus- und Wohnungsbau. Das wiederum treibt die Preise in die Höhe. Auch weiterhin gehen Experten nicht von einer Trendwende der Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt aus. Allerdings gibt es erste Anzeichen, dass sich das Preiswachstum zumindest an einigen Standorten verlangsamt.

Wohneigentum in A-Städten und Umland werden nachfragt

An Orten, an denen das Angebot nicht mit der Nachfrage Schritt halten kann, wird sich laut Frühjahrsgutachten der Immobilienweisen auch 2020 keine Verlangsamung des Preiswachstums einstellen. Da vor allem A-Standorte nicht genug Bauland ausweisen oder ausweisen können, um ausreichend neue Wohnungen bereitzustellen, treibt das teurer werdende Bauland die Preise für Eigentumswohnungen zusätzlich in die Höhe. Dazu kommt, dass auch die Preise für Bauleistungen in den letzten Jahren stark angestiegen sind. Für viele Kaufinteressenten fallen City-Wohnungen deswegen aus dem Budget. Davon profitiert wiederum das verkehrstechnisch gut angeschlossene Umland von Großstädten. Vor allem für Familien ist Wohneigentum in ländlicheren Gebieten oftmals ein guter Kompromiss. Staatliche Förderungen wie das Baukindergeld oder Sonderabschreibungen haben den Markt laut ZIA nicht entspannt. Im Gegenteil – die finanziellen Anreize haben die Nachfrage nach Wohnungen und Bauland nur erhöht. Dazu kommt, dass Maßnahmen wie die Mietpreisbremse oder der Mietendeckel in Berlin Investitionen in Bestandsimmobilien ausbremsen. Wirksamere Maßnahmen wären aus Sicht der Immobilienbranche, wenn Bauämter aufstocken und Bauanträge schneller bearbeiten könnten. Ein Abbau von Bürokratie ist auch für die Ausweisung von neuem Bauland unumgänglich. Um der Nachfrage nach Wohnraum gerecht zu werden müssen die Hürden für Bauherren – egal ob privat oder gewerblich – abgebaut werden.

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