Bauzinsen blieben auf Niedrigniveau

Mit unter einem Prozent liegt die aktuelle Zinsrate für Immobilienkredite sogar niedriger als im vergangenen Jahr. Experten sind sich einig, dass dadurch auch die Nachfrage nach Wohneigentum hoch bleibt. Der Finanzmarkt 2020 wird somit wieder ganz im Zeichen der Immobilie stehen.

Experten gehen nicht davon aus, dass die Zinsen für Immobilienkredite weiter sinken. Es ist aber wahrscheinlich, dass sie in den nächsten Jahren auf einem ähnlichen Niveau verbleiben. Quelle: Interhyp AG/EZB

Wie der Baufinanzier Interhyp berichtet, liegen die Zinsen für Baukredite mit zehnjähriger Bindung zum Anfang des Jahres 2020 unter einem Prozent. Damit liegen Bauzinsen gut 0,5 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Von einem weiteren Absinken der Zinsen gehen Experten aktuell aber nicht aus. Fortschritte bei den Verhandlungen zum Brexit und dem chinesisch-amerikanischen Handelsstreit haben die Konditionen für Immobilienkredite Ende 2019 leicht erhöht, dennoch sind die Erwartungen für 2020 durchaus positiv für Endverbraucher, wie die aktuelle Zinslage beweist. Die letzten Jahre waren vor allem von einem Abwärts der Bauzinsen geprägt. Wurden Darlehen für Immobilien vor zehn Jahren noch mit über vier Prozent verzinst, lag der Zinssatz vor zwei Jahren bereits nur noch bei zwei Prozent. Im vergangenen Jahr wurden Immobilienkredite über zehn Jahre mit 1,4 Prozent verzinst. Diese Entwicklung scheint nun am Ende zu sein. Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass die Zinsen wieder steigen werden.

Zinsen sinken nicht weiter, bleiben aber niedrig

„Konjunkturabkühlung, niedrige Inflation sowie politische und wirtschaftliche Unsicherheiten hemmen zusammen mit der lockeren Geldpolitik das Aufwärtspotenzial“, erklärt Mirjam Mohr, Vorständin der Interhyp AG. In der Folge sei nicht mit großen Änderungen der Bauzinsen zu rechnen. Diese Einschätzung teilen auch andere Branchenexperten. „Wir sehen nicht, dass die Zinsen ansteigen – die Bewegung geht eher seitwärts. Man darf also davon ausgehen, dass die Niedrigzinsphase auch in diesem Jahr weiter anhalten wird. Abzuwarten bleibt der Einfluss der politischen und wirtschaftlichen Faktoren in Deutschland, Europa und weltweit“, bewertet Thomas Hein, Leiter Vertrieb Immobilienfinanzierung bei der ING, die aktuelle Marktsituation.

Immobilienpreise steigen durch günstige Immobilienkredite

Durch die seit Jahren günstigen Bauzinsen, erwägen mehr und mehr Menschen den Kauf einer Immobilie. Die steigende Nachfrage wiederum sorgt für immense Wertsteigerungen von Wohneigentum. Vor allem in Großstädten halten sich die verfügbaren Wohneinheiten und Kaufinteressenten nicht die Waage. Hinzu kommt, dass Baumaterialien und Dienstleistungen im Baugewerbe jährlich steigen und somit auch die Preise für Immobilien für den Endverbraucher höher werden. Finanzierungsexperten raten Wohnungskäufern deshalb die günstigen Bauzinsen nicht als alleinigen Anlass zu nehmen, um sich Wohneigentum anzuschaffen. Wer jedoch schon länger eine Immobilienfinanzierung plant, kann vom aktuellen Zinsumfeld durchaus profitieren. Darüber hinaus können auch Immobilienbesitzer mit bereits laufenden Darlehen prüfen, inwieweit sie ihr Sondertilgungspotenzial zusätzlich ausschöpfen können. „Gerade zum Jahresanfang entfalten Sondertilgungen, zum Beispiel aus Bonuszahlungen oder dreizehnten Gehältern, ihr größtes Potenzial beim Schuldenabbau“, erklärt die Interhyp.

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