Studentenwohnen: Trend geht zum teuren Einzelapartment

Der Markt für Studentisches Wohnen wird auch 2020 weiter wachsen, das ist das Ergebnis einer Analyse des Immobiliendienstleisters Savills.

Studentenwohnen: Trend geht zum teuren Einzelapartment
Die Zahl der Studenten steigt. Studentenwohnen: Trend geht zum teuren Einzelapartment

Studentenwohnen: Der Trend geht zum teuren Einzelapartment, bevorzugt im Preissegment über 500 Euro. Investoren schauen dafür verstärkt nach B- und C-Städten und nicht mehr nur nach Metropolen. Blickt man am deutschen Markt für Studentisches Wohnen auf die Entwicklung der Privatanbieterangebote, so gab es laut Savills in den vergangenen Jahren nur eine Richtung: Nach oben. In den dreißig größten deutschen Hochschulstädten, gemessen an der Zahl der Studierenden, wurden nach einer Analyse zum Markt für Studentisches Wohnen 2019/20 seit 2010 mehr als 45.000 Wohnungen für Studenten von privaten Investoren gebaut. Damit hat sich das Angebot mehr als vervierfacht. Mitte 2019 machte der Bestand der Privatanbieter zirka 51.500 Wohnungen aus. Das entspricht mehr als 25 Prozent des Gesamtangebots für Studierende.

„Die Neubautätigkeit privater Anbieter hat in den Jahren 2017 und 2018 neue Höchststände erreicht. Allein in diesen zwei Jahren kamen in Summe rund 14.600 neue Wohnplätze an den Markt“, erläutert Matti Schenk, Senior Consultant Research bei Savills, die Ergebnisse. Für das Jahr 2020 ist von den Privaten die Fertigstellung von mehr als 8.700 weiteren Plätzen geplant, während gemeinnützige und öffentliche Träger wahrscheinlich nur rund 11.000 Unterkünfte fertigstellen. Damit würde der Marktanteil von Privatanbietern auf ein Drittel ansteigen. Während der Markt zukünftig voraussichtlich langsamer wachsen wird, fängt in einigen Städten die Bautätigkeit jetzt erst richtig an. Am stärksten werde laut Experten das Angebot in Dortmund, Düsseldorf und Hannover wachsen. Alleine in Dortmund könnten Privatanbieter bis Ende 2022 etwa 1.550 neue Unterkünfte schaffen. So steige das Angebot privat gebauter Apartments dort um mehr als das Neunfache.

„Die hohe Neubauaktivität in Städten wie Dortmund oder Hannover zeigt, dass Privatanbieter ihr Engagement stärker auch auf Städte außerhalb der großen Metropolen ausweiten“, erklärt Michael Gail, Director und Teamleader Investment Munich bei Savills. Die Bautätigkeit in Berlin ist weiter hoch, z. B. in München hingegen, geht sie eher zurück. Bislang entfällt der Bestand der Privatanbieter zu mehr oder weniger gleichen Teilen auf Angebote zu All-In-Mieten von über 500 Euro pro Monat und Bett. Ebenso sind Angebote von bis zu maximal 500 Euro gefragt. 26 Prozent des Privatbestandes kostet mehr als 600 Euro im Monat. Bei den in Bau und Planung befindlichen Betten schätzt Savills, dass etwa zwei Drittel aller Betten zu All-In-Mieten von mehr als 500 Euro im Monat angeboten werden. Nur 19 Prozent der geplanten Studentenwohnungen dürften 450 Euro oder weniger kosten. Es sei angesichts steigender Bau- und Grundstückskosten unwahrscheinlich, dass zukünftig mehr Privatangebot zu niedrigeren Mieten entstehe.

Marktvolumen: knapp neun Milliarden Euro

Mit dem Wachstum des Privatbestandes ist der Markt für Studentisches Wohnen in der Vergangenheit auch für immer mehr Immobilieninvestoren interessant geworden. Um abschätzen zu können, wie viel Kapital sich in Studentenwohnanlagen investieren lässt, hat Savills die Größe und Struktur des investierbaren Bestands näher beleuchtet. Nach einer Schätzung haben alle bestehenden und in Bau und Planung befindlichen privaten Studentenwohnanlagen in den Top-30-Städten ein Marktvolumen von etwa 8,7 Milliarden Euro. „Der Bestand dürfte rund 5,9 Milliarden Euro wert sein“, folgerte Gail. Allerdings entfallen dabei rund zwei Milliarden Euro auf Wohnungen, die sich im Teileigentum befinden und für institutionelle Investoren keine Rolle spielen.

Savills

Savills plc ist ein globaler Immobiliendienstleister, der an der Londoner Börse notiert ist und Bestandteil des FTSE 250 Index ist. Savills tritt als erfahrener Berater mit über 160 Jahren gewachsener Kompetenz und Erfahrung in Sachen Immobilien am lokalen & internationalen Immobilienmarkt auf.

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