Green Deal: Investitionsplan der EU für Gebäudesektor

Der "Green Deal" der EU-Kommission soll den europäischen Kontinent bis 2050 klimaneutral werden lassen. Jetzt hat Kommissionchefin Ursula von der Leyen ihren Investitionsplan für die Umsetzung veröffentlicht.

Green Deal
Der "Green Deal" der EU-Kommission soll den europäischen Kontinent bis 2050 klimaneutral werden lassen. Quelle: Pixabay

Den größten Kapitalbedarf sehen die Experten demnach im Gebäudesektor. Der Green Deal sei „eine gewaltige Aufgabe“, sagt Vizepräsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) Jochen Schenk. Die EU-Kommission hat kürzlich mit dem Sustainable Europe Investment Plan als Teil des European Green Deal festgelegt, aus welchen Quellen der enorme Kapitalbedarf von insgesamt rund einer Billion Euro für ein klimaneutrales Europa stammen soll. Knapp die Hälfte der Summe (rund 485 Milliarden Euro) soll demnach aus dem EU-Haushalt stammen. Zusätzliche Investitionen von 260 Milliarden Euro pro Jahr sollen sogar bis zum Jahr 2030 notwendig werden. Daher gibt es derzeit Überlegungen, wie und in welcher Form weitere Anreize für die Mobilisierung öffentlicher und privater Investitionen und dem Bestreben zu mehr energetischen Sanierungen von Wohngebäuden geschaffen werden können. Bedarf sehen die Experten vor allem in den Bereichen Gebäude, Energie und Mobilität.

Investitionen in den Gebäudesektor

Den größten Teil des Investitionsplans des Green Deals sieht die EU-Kommission jedoch alleine im Gebäudesektor. Hier seien zusätzliche Investitionen in Höhe von etwa 120 Milliarden Euro pro Jahr für klimafreundliche Sanierungen von Wohngebäuden und weitere 75 Milliarden Euro für Gebäude von öffentlichen Institutionen, Dienstleistungen oder für Büros notwendig, um mehr Energieeffizienz zu erreichen.
Die Bundesregierung ist allerdings laut eines Berichtes des Magazins „Spiegel“ derzeit nicht bereit, den Green Deal finanziell stärker zu unterstützen. Der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA hat für Gebäude und Anlagentechnik einen Investitionsbedarf von rund 100 Milliarden Euro jährlich bis 2030 errechnet – plus möglichen Mehrkosten in Höhe von bis zu 34 Milliarden Euro pro Jahr – je nach CO2-Reduktion. „Die Ziele des Green Deal für den Gebäudesektor formulieren eine gewaltige Aufgabe, bei der alle Akteure an einem Strang ziehen müssen“, so ZIA-Vizepräsident Jochen Schenk. Das private Engagement jedes Investors sei der Schlüssel, um die Klimaziele zu erreichen: „Es ist daher nur folgerichtig, dass die Kommission die hohe Bedeutung von privaten Investitionen berücksichtigt“. Für sie brauche es „intelligente und marktgerechte“ Regelungen, die bei allen weiteren politischen Entscheidungen im Vordergrund stehen müssten.

Im Juni will die EU-Kommission darlegen, wie die vorgegebenen 2030er-Ziele, von einer Reduzierung des Treibhausgas-Ausstoßes um 40 Prozent gegenüber 1990, noch zu erreichen sind. Dabei wird es unter anderem darum gehen, EU-Vorschriften wie die Energieeffizienz-Richtlinie für Gebäude auf Klimaschutztauglichkeit hin zu überprüfen und sie ggf. anzupassen.

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