Immobilienmarkt 2020: Prognosen deuten auf Wachstum

Hohe Nachfrage und günstige wirtschaftliche Rahmenbedingen befeuerten in den letzten Jahren die Immobilienpreise. Auch 2020 wir ein gutes Jahr für den Immobilienmarkt, so die allgemeinen Prognosen.

Dank des niedrigen Leitzinses und der positiven Wirtschaftsindikatoren gehen Experten davon aus, dass sich das Wachstum auf dem Immobilienmarkt fortsetzt. Bild: pexels.com

Auch wenn das Statistische Bundesamt seine Zahlen für das vierte Quartal 2019 erst Ende Februar veröffentlicht, weisen die vorliegenden Daten für das dritte Quartal bereits einen deutlichen Trend für den Immobilienmarkt im Jahr 2020 aus. Demnach ist davon auszugehen, dass sowohl im vierten Quartal 2019 als auch für das Jahr 2020 wieder gute Ergebnisse in der Immobilienwirtschaft eingefahren werden.

Im Vergleich zu Vorjahreszeitraum erhöhten sich laut Angaben des Statistischen Bundesamtes die Preise für Wohnimmobilien im dritten Quartal 2019 durchschnittlich um 4,9 Prozent. Vor allem in den sieben deutschen Top-Städten war die Nachfrage nach Wohnraum ungebrochen hoch. Entsprechend verzeichneten die klassischen A-Standorte ein Preiswachstum von 7,5 Prozent für Ein- und Zweifamilienhäuser. Aber auch an B-Standorten, also größeren Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern, befindet sich der Immobilienmarkt nach wie vor im Aufschwung. Je nach Region stiegen hier die Preise für Wohneigentum um 5,8 bis 7,8 Prozent.

Aufgrund dieser Datenlage gehen Experten auch für das Jahr 2020 nicht von einer Trendwende auf dem deutschen Immobilienmarkt aus. Die fortschreitende Verstädterung, das weiterhin niedrige Zinsniveau und die anhaltenden Konjunkturaussichten sind weitere wesentliche Faktoren, die für einen wachsenden Immobilienmarkt sprechen.

Migration in Schwarmstädte erhöht Nachfrage nach Wohnimmobilien

Vor allem für junge Menschen bieten größere Städte eine höhere Lebensqualität. Hinzu kommt, dass Unternehmen ihren Standort oft in größere Städte oder deren Umfeld legen, sodass diese tendenziell eine höhere Dichte an attraktiven Arbeitsplätzen bieten können als ländlichere Gebiete. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) gab anhand der Daten des aktuellen Immobilien-Indexes bekannt, dass die Nachfrage seitens Wohnungsinteressenten und Investoren ungebrochen hoch sei. Vierteljährlich erfasst das Wirtschaftsinstitut die Geschäftslage der wichtigsten Immobilienunternehmen, um daraus Rückschlüsse auf die Marktentwicklung zu ziehen. Diese Einschätzung deckt sich mit den Ergebnissen einer aktuellen Studie der Universität Freiburg. Diese prognostiziert, dass die Anzahl der Haushalte bis 2030 um sechs Prozent steigen wird, obwohl die Bevölkerungszahl in Deutschland zurückgehen wird. Gründe für den Anstieg der Haushalte sehen die Forscher in einem Anstieg der Singlehaushalte und einem höheren Wohnflächenbedarf pro Person – ein Indikator für einen langfristig hohen Wohnungsbedarf.

Niedriger Basiszinssatz sorgt für günstige Immobilienkredite

Auch das niedrige Zinsniveau der letzten Jahre trägt zum allgemeinen Wachstum des deutschen Immobilienmarkts bei. Bereits Ende 2019 verkündete Christine Legarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, dass sie den Europäischen Leitzins bei null Prozent belassen würde. Damit bleibt Sparen unattraktiv und die Konjunktur wird weiter angekurbelt. Da Immobilien, anders als Sparvermögen, an Wert gewinnen, ist die Nachfrage von Immobilien als Kapitalanlage entsprechend hoch. Dass der niedrige Leitzins außerdem zu günstigen Immobilienkrediten führt, gibt dem Immobilienmarkt noch zusätzlichen Aufwind. In nächster Zeit deutet nichts darauf, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen anheben wird.

Konjunktur in 2020 beeinflusst Immobilienbranche positiv

Die mit dem niedrigen Leitzins einhergehende Konjunktur wird Deutschland auch im Jahr 2020 ein weiteres Wirtschaftswachstum bescheren. Aktuell gehen erste Schätzungen von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,9 Prozent aus. Das IW geht aktuell davon aus, dass vor allem Bauindustrie und Immobilienwirtschaft im Jahr 2020 weitere Zuwächse erfahren werden. Darauf lässt auch der Trend der letzten Jahre schließen. Das Transaktionsvolumen auf dem deutschen Wohninvestmentmarkt lag Ass Compact zufolge im Jahr 2019 bei 17,2 Milliarden Euro und damit bereits zum dritten Jahr in Folge über der 15 Milliarden Euro Marke. Deutschland ist vor allem aufgrund seines großen Mietwohnungsmarktes und der hohen Liquidität ein beliebtes Ziel für Investoren aus dem In- und Ausland. Davon wird der deutsche Immobilienmarkt auch im Jahr 2020 wieder profitieren.

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