Immobilieninvestoren: Fokus Pflegeimmobilien

Lange Zeit waren Pflege- und Gesundheitsimmobilien für Projektentwickler wenig attraktiv. Da Wohnraum für ältere Menschen aber vielerorts knapp ist, werden mehr und mehr Investoren auf den Sektor Altenwohnen aufmerksam.

Zu wenige Wohnungen sind barrierefrei und auf das Wohnen im Alter ausgerichtet. Die Nachfrage nach altersgerechtem Wohnen wird in den nächsten Jahren zunehmen. Bild: pexels.com

Auf dem Immobilienmarkt gehörten Pflegeimmobilien in den vergangenen Jahren nicht unbedingt zu den meistgekauften Objekten. Mit der Niedrigzinsphase und dem daraus resultierenden Investoren-Andrang auf Immobilien hat sich dies aber gewandelt. Pflegeimmobilien kommen aus ihrer Nische zwar nicht heraus, werden aber vermehrt nachgefragt. Auch der demografische Wandel trägt einen großen Teil dazu bei. Menschen werden immer älter – geeignete Pflegeplätze fehlen noch.

Transaktionen in Pflegeimmobilien nehmen zu

Das Jahr 2018 versprach einen neuen Rekord: Über drei Milliarden Euro wurden in den Sektor Pflegeimmobilien investiert. Auf den ersten Blick lassen die Investments nach diesem Hoch nun im Jahr 2019 wieder nach. Nach drei Quartalen waren lediglich 1,3 Milliarden Euro in Pflegeimmobilientransaktionen gelaufen. Dies hat aber laut Dirk Richolt, Leiter Gesundheitsimmobilien beim Immobiliendienstleister CBRE in Deutschland einen einfachen Grund. „Nach den Rekordjahren fehlt dem Gesundheitsmarkt ein ausreichendes Produktangebot, in das interessierte Akteure investieren könnten“, sagt er. Der Rekord im vergangenen Jahr war nämlich vor allem von sehr großen Transkationen geprägt. Für rund 810 Millionen Euro sicherte sich der französische Investor Primonial einen 50-Prozent-Anteil an einem Reha-Klinik-Portfolio des Medical Properties Trust. Für den Kauf von 30 Pflegeeinrichtungen mit 4.700 Plätzen gab die Deutsche Wohnen 680 Millionen Euro aus. Allein diese beiden Verkäufe aus dem vergangenen waren mehr wert als alle Transaktionen in den ersten neun Monaten 2019 zusammen.

Pflegeimmobilien als Markt der Zukunft?

Von den Rekorden 2016 und 2018 abgesehen lagen die Investments in den vergangenen zehn Jahren immer unter einer Milliarde Euro. Trotz der steigenden Nachfrage bleibt das Segment der Pflegeimmobilien weiterhin eine Nische. Im gesamten Gewerbeimmobilienmarkt macht der Sektor gerade einmal einen Anteil von 3,4 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Dennoch wird der Bedarf an Pflegeplätzen wird aufgrund der demographischen Entwicklung in den kommenden Jahren stark steigen. So geht etwa der Immobilienberater Wüest Partner in seinem „Pflegeheim-Atlas 2018“ davon aus, dass die Zahl pflegebedürftiger Menschen – von denen es im Jahr 2015 rund 2,9 Millionen gab – bis zum Jahr 2035 auf 3,8 Millionen steigen wird. Auf dieser Grundlage kann man davon ausgehen, dass der Markt für Pflegeimmobilien bei Investoren und Privatanlegern auch in der Zukunft äußerst beliebt sein wird.

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