Virtuelles Bauamt wird in Brandenburg eingeführt

Die Digitalisierung ist in den deutschen Behörden angekommen. Damit Bauanträge schneller bearbeitet werden können, testet Brandenburg jetzt ein "Virtuelles Bauamt". Die Bauindustrie begrüßt diesen Vorstoß.

Die Baubranche setzt große Hoffnungen darauf, dass Verfahren durch digital bearbeitete Bauanträge beschleunigt werden. Bild: pexels.com

Der Boom am Bau führt oft zu langen Wartezeiten bei der Bearbeitung von Bauanträgen. Mit steigendem Wohnungsmarktbedarf und damit einhergehender Erhöhung der eingereichten Baugenehmigungen verlängern sich in vielen Kommunen auch die behördlichen Bearbeitungszeiten.  Ein Faktor ist sicher die Zahl der Beschäftigten in den Bauämtern, die in den vergangenen Jahren stark abgenommen hat. Die Folge: Nicht selten warten Bauherren inzwischen mehrere Monate darauf, dass ihre Anträge vom Bauamt genehmigt werden. Tatsächlich dauert es in manchen Kommunen mehr als ein halbes Jahr, bis ein Baugenehmigungsverfahren abgeschlossen ist, seit der Immobilienmarkt boomt und wieder kräftig gebaut wird.

In Brandenburg soll jetzt das „Virtuelle Bauamt“ Abhilfe schaffen.

Bauanträge können mit dieser neuen Anwendung vollständig online bearbeitet werden. Damit soll die Bauantragstellung erleichtert und die Kommunikation zwischen den Beteiligten verbessert werden. Auch die sehr langen Wartezeiten möchte man damit verringern.

Nach Angaben des Landes Brandenburg können sich Bauherren oder Objektplaner auf einer Plattform im „Virtuellen Bauamt“ registrieren. Mit wenigen Mausklicks können dann alle Dokumente hochgeladen werden. Andere Beteiligte, z. B. Statiker und Baufirmen, könnten sich online in den Prozess einladen lassen und so einfacher mit den Bauherren und Architekten zusammenarbeiten und die Abwicklung des Bauvorhabens zusätzlich beschleunigen.

Landesbauminister forcieren Einführung digitaler Genehmigungsstandards

Die Bauminister der Länder haben zuletzt den Druck auf den Bund erhöht, das Tempo bei der Einführung solcher digitaler Genehmigungsstandards zu erhöhen. Derzeit gebe es in einigen Ländern und Kommunen verschiedene unabhängige Initiativen in diese Richtung. Eine länderübergreifende Stelle, bei der alle Fäden zusammenlaufen, wäre laut Experten sinnvoll. Die Koordination und die Vereinheitlichung der Prozesse werden jedoch nicht leicht.

Den digitalen Bauantrag sehen dennoch viele als Schlüssel für kostengünstigeres und schnelleres Bauen von der Planung bis zur Fertigstellung.

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