Wohnungsbautag 2019: Mehr Neubau in zentralen Lagen

Nicht nur zur quantitativen Steigerung, sondern auch hinsichtlich der Lage müsse es bessere Konditionen für den Neubau geben, so die Vertreter der diesjährigen Wohnungsbautags-Konferenz in Berlin. Gefragt sei nun der Staat.

Eine naheliegende Lösung für die Wohnungsknappheit: Neubau. (Bild: Pexels.com)

Beim diesjährigen Wohnungsbautag kamen Vertreter von Bauverbänden, Gewerkschaften und der Politik zusammen, um Ursachen und Lösungen zum Wohnungsmangel zu diskutieren. Die zentrale Erkenntnis: Es gibt zahlreiche negative Faktoren, die die unzureichende Anzahl an Neubauten begründen.

Vor allem der Mangel an günstigem Bauland stelle in angespannten Märkten einen Flaschenhals dar. Laut der Prognos Studie „Wer baut Deutschland?“, welche im Zuge des Wohnungsbautages vorgestellt wurde, gäbe es aber noch weitere Hürden. Während etwa teure Grundstückskosten mit höheren Mieten getilgt werden, erschwerten lange Zulassungsprozesse und komplizierte Bauvorschriften die Entwicklung innovativer Baukonzepte, wie etwa die Aufstockung und Umnutzung von bestehenden Gebäuden.

Ferner verfügen die Kapazitäten der Bauindustrie den Vertretern zufolge über Steigerungspotenzial – auch wenn die Bauaktivität selber zwischen den Jahren 2011 und 2017 ein starkes Wachstum verzeichnete. Die Zahl der Fertigstellungen im Geschosswohnungsbau konnte sich hierbei sogar verdoppeln, während sich die durchschnittliche Fläche der neuen Wohnungen um rund zehn Prozent verringerte. Grund dieser Wohnraumverdichtung sei eine höhere Zunahme an Wohnungen (+52 Prozent) im Vergleich zur Wohnfläche (+37 Prozent). Ein langfristig angelegtes Wachstum der Baukapazitäten und damit auch zusätzliche Investitionssicherheiten ließen sich nun begünstigen, wenn politische Förderungsmaßnahmen auf einen längeren Zeitraum angesetzt würden. Besonders entscheidend für die Wohnungsmärkte seien hierbei strategische Programme für die mittlere bis lange Frist, so die Forscher der Prognos AG.

Die Prognos AG mit Sitz in der Schweiz gilt für den europäischen Raum als eines der ältesten Unternehmen im Bereich Wirtschaftsforschung. Zu den Auftraggebern des Beratungsunternehmens gehören private Unternehmen sowie Stiftungen, öffentliche Träger und Verbände. Im Auftrag des Verbändebündnisses Wohnungsbau, welches aus sieben Organisationen und Verbände der Bau- und Immobilienbranche besteht, fertigte Prognos die hier vorliegende Studie an. Das Ziel des Verbunds ist es, den Neubau in Deutschland zu fördern. Der Wohnungsbautag, welcher seit mittlerweile elf Jahren stattfindet, versucht dabei diese Thematik in den öffentlichen Diskurs tragen.

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