Immobilien: Kaufen oder Mieten?

Lohnt es sich langfristig, eine Immobilie zu kaufen statt zu mieten? Einer Studie nach ist dies der Fall – auch wenn der Grad der Erschwinglichkeit variiert.

Selbstnutzer sparen langfristig mehr. (Bild: Pexels.com)

Mit der Studie „Wohnen in Deutschland 2019“ veröffentlicht das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Aufzeichnungen und Prognosen zur Entwicklung der Immobilienpreise in Deutschland. Die wesentliche Erkenntnis aus dem Report, der im Auftrag des Verbands der Sparda Banken erstellt wurde: In nahezu allen der rund 400 untersuchten Städte und Kommunen ist es langfristig lukrativer, eine Immobilie zu erwerben, als anzumieten.

Dabei lohnt sich der Immobilienkauf vor allem in den neuen Bundesländern. Vergleiche man die Monatsmieten mit den monatlichen Kosten eines Selbstnutzers (einschließlich der Tilgung des Baukredits, Grunderwerbssteuer und Instandhaltung), liegen die Mieten im Durchschnitt 38 Prozent höher. In den alten Bundesländern liegt der durchschnittliche Kostenvorteil dabei bei 32 Prozent. Besonders in den Metropolen steigt die Ersparnis: In Berlin sind es 34 Prozent, in Hamburg sogar 39 Prozent. Auch in Stuttgart (29 Prozent) und Regensburg (15 Prozent) ist es langfristig lukrativer zu kaufen.

Insbesondere in Ballungsräumen wird Wohneigentum vermehrt nachgefragt. In Metropolen bezahlen Käufer bundesweit im Mittel rund 264.000 Euro für eine durchschnittliche Wohnfläche von knapp 80 m². Am größten sind hier noch die Wohnungen in Berlin (77 m²) und in Köln (76 m²). In München hingegen erhalten Käufer mit 39 m² weniger als die Hälfte der Durchschnittsfläche. Im bundesweiten Schnitt beträgt die Wohnfläche 111 m². Kommt es zum Kauf, finanzieren die Deutschen ihre Immobilie mit einem durchschnittlichen Darlehen von 214.000 Euro – dies entspricht 81,05 Prozent des Durchschnittspreises. Für die Finanzierung von Wohneigentum wird in Städten im Mittel das 7,8-fache und in Landkreisen das 4,5-fache des Jahreshaushaltseinkommens (netto) aufgewendet.

Grundsätzlich erwarten die Analysten weitere positive Entwicklungen in Süddeutschland, sowie den Ballungsräumen Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main und Wolfsburg. Dieser Trend wird in Teilen auch im Rheinland stattfinden. Die hohe Attraktivität der Ballungsräume wird dabei weitere Einwohner anlocken und den ohnehin hohen Neubaubedarf noch weiter steigern, so die Experten des IW.

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