Preisentwicklung 2018:Wachstum im Westen und Osten

Einem aktuellen Bericht der Immobilienweisen zufolge haben sich die Preise für Miet- und Eigentumswohnungen deutschlandweit erneut positiv entwickelt. Der Vergleich zwischen ostdeutschen und westdeutschen Städten macht dennoch Unterschiede deutlich.

Mit dem steigenden Potential in Ostdeutschland fangen die Unterschiede zwischen Ost und West an zu schwinden. (Bild: Pexels.com)

Der konstante Anstieg der Immobilienpreise stellt keine neue Entwicklung dar. In ihrem Frühjahresgutachten legt der „Rat der Immobilienweisen“ von bulwiengesa, GfK, GEWOS und empirica nun offen, wie und wo der Preisanstieg im vergangenen Jahr am stärksten war.

Deutschlandweit erreichten die Preise für Neuvermietungen von Wohnungen im dritten Quartal 2018 einen mittleren Angebotsmietpreis von 7,06 Euro / m², was einen Anstieg um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet. Im gleichen Zeitraum zwischen 2016 und 2017 lag diese Veränderung noch bei 3,6 Prozent. Innerhalb des Jahres 2018 verlief der Anstieg weitestgehend konstant, wobei ein Preisanstieg von einem Prozent zwischen dem zweiten und dem dritten Quartal ermittelt wurde.

Im Vergleich dazu stiegen die Mieten am stärksten im Westen des Landes. In den kreisfreien Städten erhöhten sich die Preise zwischen 2017 und 2018 um 4,3 Prozent auf 8,29 Euro / m², während es in westdeutschen Landkreisen noch eine Steigerung um 4,1 Prozent auf 7,02 Euro / m² gab. Laut des Berichts führte dies damit zu den höchsten Mietpreisniveaus des Landes. Ostdeutsche kreisfreie Städte und Landkreise hingegen verzeichneten mit jeweils 2,4 Prozent ein weniger starkes Preiswachstum, was vermutlich in einem Zusammenhang mit den nach wie vor niedrigen Löhne in der Region steht. So betrug auch das Preisniveau bei Neuvertragsmieten in den kreisfreien Städten (ohne Berlin) 6,48 Euro / m² und bei den Landkreisen 5,67 Euro / m².

Ähnliche Verhältnisse gibt es in Bezug auf die Kaufpreisentwicklung von Eigentumswohnungen. So erhöhten sich die Preise im bundesweiten Mittel seit dem dritten Quartal 2017 um 8,2 Prozent auf rund 1.875 Euro / m², wobei die Steigerungsrate zwischen 2016 und 2017 gleichgeblieben ist. Auch wenn letztere gegenüber den Vorquartalen im ersten Quartal 2018 bei 2,5 Prozent und im dritten Quartal nur noch bei 1,8 Prozent lagen, sei dies kein Zeichen auf eine Trendwende. Seit Beginn der Messung im ersten Quartal 2007 haben sich die bundesweiten Miet- und Kaufpreise um 36,8 Prozent bzw. 77,1 Prozent gesteigert.

Analog zu den Mietpreisen fand auch das stärkste Wachstum der Kaufpreise im Westen statt. In kreisfreien Städten erhöhten sich die Preise um 8,8 Prozent auf 2.340 Euro / m² und in westdeutschen Landkreisen um 8,6 Prozent auf 1.900 Euro / m² – was erneut zu den höchsten ermittelten Preisniveaus führte. Im Vergleich dazu lagen die Preissteigerungen in den ostdeutschen kreisfreien Städten leicht unter dem bundesweiten Mittel. Hier stiegen die Kaufpreise um 8,1 Prozent auf 1.585 Euro / m². Wesentlich unter dem Durchschnitt entwickelten sich die Preise in den Landkreisen im Osten: Hier fand eine Steigerung um 4,4 Prozent auf 1.165 Euro / m² statt.

Dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in Ostdeutschland höhere Zuwachsraten zwischen den Quartalen gab. Während sich diese bundesweit und im Westen im Zeitraum ab dem dritten Quartal 2017 leicht verringerten, wurden in östlichen kreisfreien Städten (ohne Berlin) und Landkreisen steigende Raten von 2,3 Prozent bzw. 1,4 Prozent gemessen. Neben der höheren Rendite ein weiterer Indikator für das hohe Entwicklungspotenzial im Osten – und der sich stetig verkleinernden Lücke zwischen Ost und West.

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