Förderungen für Neubau

Der Wohnungsmangel hält sich weiter im öffentlichen Bewusstsein. Dennoch gebe es seitens der Politik Raum für weitere Maßnahmen, diesem entgegenzuwirken.

Es gibt viel Potenzial für den Neubau – wenn die Bedingungen erfüllt werden. (Bild: Pexels.com)

Der Bedarf an Wohnraum bleibt weiterhin hoch. Doch bei der momentanen Neubauaktivität wird im aktuellen Jahr von lediglich 250.000 fertiggestellten Wohnungen ausgegangen – das Ziel der Bundesregierung, jährlich 400.000 neue Wohneinheiten zu schaffen, würde damit also erneut verfehlt werden. In der aktuellen Veröffentlichung „BFW-Neubauradar“ des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) wird nun zwar die gute Geschäftslage auf dem Immobilienmarkt gelobt, aber auch auf einen Mangel an Bauflächen und Fachkräften, sowie auf zahlreiche, den Neubau bremsende Auflagen hingewiesen.

Andreas Ibel, Präsident des Verbands, macht hierbei die Politik für die hinderlichen Rahmenbedingungen verantwortlich. Die zugehörige Umfrage offenbart, dass fast 70 Prozent der teilnehmenden Immobilienunternehmen Ibels Meinung hinsichtlich strenger gewordenen Vorgaben teilen.

Kommunen und Behörden steigern Kosten und Aufwand

Der Mangel an bebaubaren Grundstücken etwa gilt für 95 Prozent der Befragten als Haupthindernis bei Bauinvestitionen. Ein Drittel gibt zudem an, dass kommunale Unternehmen einen Vorteil gegenüber privaten Betrieben hätten. Für 40 Prozent seien die Kommunen auch verantwortlich für hohe Herstellungskosten, da sie Bauland grundsätzlich zu Höchstpreisen vergäben. Dies führe letztendlich auch zu höheren Mietpreisen.

Für 75 Prozent stellen administrative Hürden den Hauptgrund für eine reduzierte Neubauaktivität dar. 40 Prozent sehen dabei die zeitaufwändigen und komplizierten Kommunikationsphasen mit den Behörden als größten Kostentreiber, was auch an deren langwierigen Planungs- und Genehmigungsverfahren läge. Innerhalb des Bauordnungsrechts sind es für 39 Prozent die energetischen Vorgaben, welche die Kosten erhöhen – noch vor Brand- und Schallschutz.

Nun ist die Politik gefragt

Durch die zahlreichen Auflagen kann die Neubauaktivität laut BFW nicht so voranschreiten, wie es erforderlich wäre, um den Wohnungsbedarf zu decken. So bemängeln 70 Prozent auch einen Fachkräftemangel. Da strengere Vorgaben mehr Experten erforderlich machen, verstärke sich diese Entwicklung. „Wenn die Politik das Bauordnungsrecht endlich verschlanken und vereinfachen würde, könnten wir mit den gleichen Kapazitäten viel mehr bauen“, merkt der Präsident des Verbands an.

Aufgrund dieser Hürden betrachten 63 Prozent den Wohnungsbau in B-Standorten als attraktiver und wenden sich diesem verstärkt zu. Ibel sieht hier Handlungsbedarf der Wohnungspolitik, da der Bedarf nach Wohnraum gerade in den A-Standorten weiter steige. Doch die Auflagen verhindern eine ausreichende Deckung der Nachfrage. Er fordert Bund, Länder und Kommunen auf, Neubau – und damit auch Wohnraum ­– in Zukunft zusätzlich zu fördern.

Im Zuge seiner Konjunkturumfrage befragte der BFW 1.600 mittelständische Mitgliedsunternehmen, welche hinter 50 Prozent des Wohnungsneubaus in Deutschland stehen. Da der BFW in Hinblick auf die bauliche Gesetzgebung von Landesparlamenten und Bundestag angehört wird, ist er eine wesentliche Stimme der Branche in der Politik.

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