Bundesjustizministerin für Neuregelung der Maklergebühr

Käufer einer Immobilie mussten bislang noch selber für die Leistungen des Maklers aufkommen. Ginge es nach Bundesjustizministerin Barley, wäre in Zukunft der jeweilige Auftraggeber dafür verantwortlich.

Wer den Makler bestellt, der zahlt – laut Barley soll dies auch bei Immobilienkäufen geschehen. (Bild: Deutscher Bundestag/Achim Melde)

Mit einem neuen Gesetzentwurf strebt Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) eine Umgestaltung der Verteilung der Kaufnebenkosten an. Demnach sollen die Maklergebühren bei zukünftigen Immobilientransaktionen im Rahmen des Bestellerprinzip fällig werden. Anders als bislang üblich müsste dann derjenige die Kosten tragen, der den Makler beauftragt – in den meisten Fällen der Verkäufer. Nachdem dieses Prinzip seit dem 1. Juni 2015 bei Mietobjekten Einzug gefunden hat, sollen nun Wohnungskäufer auf dieselbe Weise entlastet werden.

Momentan fällt bei Immobilienkäufen eine Provision von bis zu 7,14 Prozent der Kaufsumme an – bei einem Kaufpreis in Höhe von 400.000 Euro können damit zusätzlich knapp 30.000 Euro Maklergebühren anfallen. Der Süddeutschen Zeitung sagt Barley: „Ein eigenes Zuhause wird gerade für junge Menschen und Familien immer schwerer zu finanzieren. Oft müssen Käufer enorme Maklerkosten tragen, obwohl der Verkäufer den Makler beauftragt hat.“

Barley hofft, dass diese Änderung zu einem „echten Wettbewerb“, sowie zu „fairen Preise bei den Maklerkosten“ führt. Dem Artikel zufolge wechseln jedes Jahr rund 500.000 Wohnimmobilien den Eigentümer, wobei in zwei Dritteln aller Fälle ein Makler hinzugezogen wird. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Verkäufer von Immobilien neue Verkaufswege erschließen, sollte das Gesetz in Kraft treten. Die Einnahmen der Makler könnten laut Justizministerium aufgrund der Auftragsverluste um etwa zehn Prozent bzw. 600 Millionen Euro zurückgehen. Gleichzeitig könnten Käufer Einsparungen von bis zu drei Milliarden Euro erwarten.

Eine tatsächliche Umsetzung ist allerdings ungewiss. Laut der Süddeutschen Zeitung ist es wahrscheinlich, dass sich Union und Kanzleramt gegen diesen Entwurf stellen werden. Barley stützt sich derweil auf den Beschluss des im Herbst 2018 stattgefundenen Wohngipfels, in welchem die Rede von einer Senkung der Ausgaben „für den Erwerb selbstgenutzten Wohnraums bei den Maklerkosten“ war. Inwieweit dieser Beschluss Bestand hat, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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