Brexit begünstigt Bauherren in Deutschland

Während Ungewissheit hinsichtlich des Schicksals des Inselstaates herrscht, profitieren deutsche Bauunternehmer.

Der Brexit rückt näher - doch nicht jeder ist pessimistisch. (Bild: Pixabay.com)

Am 29. März ist Stichtag: Dann droht dem Vereinigten Königreich der „harte Brexit“, sollte es keine Einigung zwischen Parlament und Premierministerin Theresa May hinsichtlich des Austrittsabkommens geben. Doch schon jetzt zeichnen sich aufgrund der vorherrschenden Unsicherheit Folgen für den Immobilienmarkt ab.

So sinken die Preise für Eigentumswohnungen und Eigenheime auf der Insel kontinuierlich, was Investitionen im ganzen Land bremst. Laut der Tageszeitung „The Guardian“ sei der Eigenheimmarkt damit mittlerweile auf dem „schwächsten Niveau seit sechs Jahren“. Die Unklarheit hinsichtlich des Austritts verstärkt diese Entwicklung so kurz vor Ablauf der Frist noch zusätzlich.

Doch es gibt auch Gewinner. Denn die Situation im Vereinigten Königreich gepaart mit schwächeren, globalen Konjunkturdaten verstärkt die Zahl der Investitionen in Staatsanleihen und Pfandbriefe. Das drückt laut Interhyp die Zinssätze deutscher Hypothekenkredite. Diese sanken zwischen Oktober und Januar von 1,55 Prozent auf 1,38 Prozent, was das Wachstumspotenzial von Baufinanzierungszinsen hemmt – und somit deutschen Wohneigentumserwerber und Bauunternehmern zugutekommt.

Bereits im Jahr 2016 haben sich ausländische Investitionen in Hinblick auf das bevorstehende Referendum reduziert. Doch die Immobilienpreise konnten zu diesem Zeitpunkt noch einen Anstieg um knapp zweistellige Werte verzeichnen. Seitdem erreichte das Wachstum zwischen September und November mit 0,3 Prozent einen neuen Tiefstwert. Nun wird erwartet, dass die Zahl potentieller Käufer und damit die der Transaktionen bis zum Austritt Ende März kontinuierlich sinken wird.

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