Mietpreiswachstum in den Top 7 Städten erstmals rückläufig, Kaufpreise stabil

Zum ersten Mal seit vier Jahren wurde nahm der Anstieg der Mietpreise in den Metropolen des Landes ab. Mehrere Faktoren führten dazu.

In der Hansestadt Hamburg erfuhr der Anstieg der Mietpreise den stärksten Einbruch. (Bild: pixabay.com)

Das empirica Institut veröffentlichte seinen „empirica-Immobilienpreisindex“ für das 4. Quartal 2018 und offenbart darin eine Wendung in der allgemeinen Preisentwicklung. So habe sich die Steigerungsrate der Mietpreise in den sieben beliebtesten Metropolen Deutschlands zum ersten Mal seit 2014 reduziert. Waren es im Jahr 2017 noch 5,9 Prozent, ging diese im vergangen Jahr auf 4,2 Prozent zurück; ein Wendepunkt des aktuellen Trends.

Angebot und Nachfrage haben sich verändert

Zwischen diesen Städten gibt es dabei leichte Unterschiede. Der Rückgang rangiert zwischen drei Prozent in Hamburg (von 4,3 Prozent in 2017 auf 1,3 Prozent in 2018) und 1,4 Prozent in Berlin (von 7,8 Prozent in 2017 auf 6,4 Prozent in 2018). Die empirica bezeichnet diese Entwicklung als „Etappenerfolg des zunehmenden Neubaus“.

Ein weiterer Grund sei aber auch eine leicht rückläufige Nachfrage, denn viele junge Familien und Geringverdiener ziehen aufgrund der bisherigen Wohnsituation in die Städte des Umlandes. Auch Studenten würden die „neuen Schwarmstädte der zweiten Reihe“, zu denen etwa Magdeburg, Chemnitz, Kassel und Heilbronn zählen, bevorzugen.

Das Preisewachstum für Kapitalanlagen nimmt weiter zu

Doch im Gegensatz zu den Mietwohnungen hat sich an den Kaufpreisen für Eigentumswohnungen wenig geändert. Diese steigen weiterhin stark in den Top-7 Städten. Aufgrund der niedrigen Zinsen seien diese Objekte für sowohl für Anleger aus dem In- und Ausland nach wie vor sehr rentabel.

Dieser Trend lässt sich bundesweit beobachten. Dabei haben Eigenheime (9,1 Prozent; 2017: 6,9 Prozent) im vergangenen Jahr erstmals ein stärkeres Wachstum als Eigentumswohnungen (neun Prozent; 2017: 8,3 Prozent) erfahren – laut empirica ein Indikator für die „Risiken und Nebenwirkungen der Suburbanisierung, als auch der zunehmenden Baulandknappheit im Umland der Schwarmstädte“.

Dieser ungehinderte Preisanstieg soll durch das neue Baukindergeld im Verlauf des Jahres noch weiter verstärkt werden. Dabei prognostiziert das Institut einen zunehmenden Leerstand in ländlichen Regionen, während im Gegenzug eine Verteuerung im Umland der Schwarmstädte erwartet wird.

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