Volle Auslastung in der Baubranche

Die hohe Nachfrage nach Wohnimmobilien stimmt Baufirmen optimistisch. Zur weiteren Deckung des Bedarfs fordern deren Vertreter aber Gesetzesänderungen.

Auch im kommenden Jahr gibt es viel zu tun auf dem Bau. (Bild: Pexels.com)

Im Koalitionsvertrag vereinbarten Union und SPD den Bau von rund 1,5 Millionen neuen Wohnungen bis 2021 zu fördern. Doch die Baubranche kann die Nachfrage kaum bedienen. So wären 375.000 Einheiten pro Jahr nötig, um das beschlossene Ziel zu erreichen. Davon sei man aber trotz kontinuierlicher Steigerung weit entfernt. 2017 wurden 285.000 Wohnungen geschaffen, in diesem Jahr rund 300.000 Wohnungen. Für 2019 wird mit bis zu 320.000 Neubauten gerechnet.

Dies wirkt sich positiv auf die Baubranche selbst aus. Höhere Preise für Baustoffe wie Bitumen oder Betonstahl haben dabei kaum einen Einfluss auf die Auftragslage einzelner Bauunternehmen. Deren Auftragsbestand lag im September 14 Prozent höher als im Vorjahr, was zu einem Wert von 47,6 Millionen Euro führt. Auch wird mehr eingestellt: 2018 ist die Zahl der Beschäftigten auf 832.000 gestiegen, im kommenden Jahr wird mit 18.000 weiteren Arbeitern gerechnet. Bauherren haben es hierbei schwieriger. Zum einen stiegen die Preise um 4,5 Prozent (Vorjahr: +3,6 Prozent), zum anderen haben die Unternehmen kaum Kapazitäten, um ausreichend Angebote zu erstellen.

Um das Potenzial voll auszuschöpfen, fordert die Branche nun weitere Steuererleichterungen, aber auch bessere Bedingungen zum Bauen. Dazu zählt nicht nur günstiges Bauland, sondern auch die Konzeptionierung von speziellen Typenhäusern, welche nur einmal entwickelt und genehmigt, aber mehrfach gebaut werden können.

Ob mit oder ohne Steuererleichterungen: Die Bauindustrie kann positiv in die Zukunft blicken. Für 2018 gehen die Bauverbände von einer Umsatzsteigerung von sechs Prozent aus, was preisbereinigt 1,5 Prozent bedeuten. Und für 2019 prognostizieren die Verbände ein Plus von sechs bzw. einem Prozent.

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