Wie Leipzig zur Europäischen Stadt des Jahres 2018 wurde

Ob als Handelszentrum, Messestandort oder Stadt der Studenten und Kreativen; Leipzig ist vielfältig und interessant – auch aus Immobiliensicht.

Blick vom Turm des Neuen Rathauses. © Stadt Leipzig

Die Londoner Academy of Urbanism hat entschieden: Leipzig erhält den „Urbanism Award“ mit dem Titel „Europäische Stadt des Jahres“. Damit setzt sich die größte Stadt des Landes Sachsen gegen das französische Nantes, sowie Zürich in der Schweiz durch. Das diesjährige Thema lautet „post-industrial“ und soll ehemals große Industriestandorte hervorheben, welche durch ihre jüngsten Entwicklungen in andere Richtungen neu aufblühen.

„Man vergisst leicht, dass die Stadt noch bis vor Kurzem unter dem Verlust der Industrie und der schwierigen Erholung gelitten hat“, erklärt der Vorsitzende der Akademie, David Rudlin. Denn heute, so schwärmt er, sei Leipzig „genau die Art von Stadt, von der Stadtplaner träumen; lebendige Straßen, Nachhaltigkeit, ein fantastisches Straßenbahnnetz und viele kreative Menschen“.

Die Stadt wächst stark

Die Beliebtheit von Leipzig insbesondere unter jungen Menschen, Studenten und Kreativen steigt seit Jahren. Aufgrund der wachsenden Popularität und Zuwanderung, verknappt sich aber zunehmend der Wohnraum. Der Bund versucht, den Wohnungsbau in Ballungszentren durch Förderungen stark zu begünstigen. Allein für den sozialen Wohnungsbau sollen hier zwei Milliarden Euro gestellt werden. Weitere Maßnahmen sind die Einführung eines Baukindergeldes, Steuererleichterungen für das Bereitstellen ungenutzter Flächen, sowie eine deutliche Erhöhung der Sonderabschreibungen von acht auf geplante 28 Prozent. Insgesamt sollen damit 1,5 Millionen neue Wohnungen innerhalb der aktuellen Legislaturperiode geschaffen werden.

Wohnen hinter historischen Fassaden

Auch in Bezug auf denkmalgeschützte Gebäude bietet der Bund Förderungen an. Zum Wohnen sind dabei besonders Altbauten gefragt. Hohe Decken, Stuck, sanierte Dielenböden sowie Türen und Fenster in historischer Anmutung verleihen den Denkmälern auch heute noch einen besonderen Charakter. Für den Kauf und die Sanierung von Gebäuden, die dem Denkmalschutz unterliegen, gibt es im ersten Jahr der Fertigstellung, sowie in den darauffolgenden sieben Jahren eine Abschreibung von jeweils neun Prozent. In den folgenden vier Jahren können noch einmal bis zu sieben Prozent an Denkmalschutzabschreibung vorgenommen werden.

Projektentwickler investieren

In Leipzig gab es noch vor 10 Jahren einen hohen Sanierungsbedarf, da ein Großteil der Wohnhäuser im Zentrum unter Denkmalschutz stand. Die Dolphin Gruppe als Denkmalschutzexperte hat seitdem bereits einige Denkmäler saniert und damit Wohnraum geschaffen. Beispiele sind Wohnhäuser in der Pfaffendorfer, Papiermühl- und Windorfer Straße, sowie die 2016 vollendete Kernsanierung eines Mehrfamilienhauses in der Georg-Schumann-Straße. Weitere Projekte waren die Sanierung und Modernisierung eines Wohnhauses in der Gregor-Fuchs-Straße und in der Roßmarktstraße. Mit dem Pilotprojekt „Südspitze“ plant der Projektentwickler Pinewood Partners International Holding GmbH zudem den ersten Wohnkomplex mit erschwinglichen Mikroapartments innerhalb der Bornaischen Straße.

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