Dresden diskutiert Quote für Sozialwohnungen

Durch einen festgelegten Mindestanteil an bezahlbaren Wohnungen möchte der Baubürgermeister Schmidt-Lamontain den sozialen Wohnungsbau befördern. Dies sei aber nicht der einzige Weg, die Quote zu erfüllen.

Blick zum Theaterplatz mit Semperoper. (Bild: Sven Döring)

Wie in den meisten großen Städten Deutschlands mangelt es auch in Dresden an bezahlbarem Wohnraum. In den kommenden zwölf Jahren wird zudem mit einem Bevölkerungszuwachs von 30.000 Einwohnern gerechnet – ein Umstand, der nicht wirklich zur Entspannung beiträgt. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Die Grünen) äußert nun Pläne, dieser Entwicklung entgegen zu wirken.

Genau 30 Prozent der Geschossfläche eines neuen Wohnungsbauprojektes sollen in Zukunft für Sozialwohnungen bereitgestellt werden. Nur private Projekte, welche weniger als vier Wohnungen umfassen, würden hiervon ausgenommen werden. Damit folge Dresden dem Beispiel anderer Städte, wie etwa Leipzig oder Berlin. In Freiburg herrscht mit 50 Prozent die wahrscheinlich höchste Quote dieser Art.

Dieser 30-prozentige Anteil ließe sich allerdings auch mit anderen städtebaulichen oder infrastrukturellen Faktoren verrechnen. So könnten die Bauherren ihren Reingewinn für eine Kostenbeteiligung an Kita- oder Schulplätzen einsetzen oder sich an der Schaffung von erschwinglichen Flächen für Kultur- und Kreativwirtschaft sowie kleiner Gewerbebetriebe beteiligen.

Von der Regelung ausgenommen würden alle Bauprojekte mit bestehendem Baurecht. Auch sollen alle Pläne, welche bereits in Bearbeitung sind, bis zum 31. Dezember 2020 zu einer reduzierten Quote von 15 Prozent verpflichtet werden. Zudem wäre sie nur so lange gültig, wie der Freistaat Sachsen den sozialen Wohnungsbau fördert. Bei Beendigung der Förderung falle diese zurück auf zehn Prozent.

Aktuell wird der Vorschlag dem Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) vorgelegt. Da die Pläne bislang weder mit Hilbert, noch den Gremien des Stadtrates besprochen worden sind, freue sich Schmidt-Lamontain auf „spannende Debatten“.

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