Wohnungstrends im Jahr 2035: Sozial und Digital

Die Ansprüche an den Vermieter werden sich einer Studie zufolge in 17 Jahren stark verändern. Wichtige Faktoren: Digitalisierung, Smart Homes und Flexibilität.

Gut vernetzt, ob sozial oder digital: Die Mieteransprüche werden vielfältiger. (Bild: pexels.com)

Im Jahr 2035 werden Mieter bevorzugt in einer kleineren, aber dafür günstigeren Wohnung eines behaglichen Stadtviertels leben. Sie wollen digital gut vernetzt sein und die Steuerung der Wohnung via Smartphone App erledigen. Diese Prognose wagt die Studie „Wohntrends 2035“, welche durch die Institute InWis aus Bochum und Analyse & Konzepte aus Hamburg erarbeitet und vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen veröffentlicht wurde.

Axel Gedaschko, Präsident des Verbandes, stellte die Ergebnisse rund um die zukünftigen Mieteransprüche gemeinsam mit Vertretern der Institute vor. Heraus kam, dass 44 Prozent aller Befragten lieber eine kleine Wohnung beziehen, dafür aber eine gute Ausstattung im technischen und digitalen Sinne fordern würden. So würden Steuerungsmöglichkeiten für Heizung, Alarm und E-Health, wie sie Smart Home Anbieter bereits anbieten, zunehmend erwünscht. Sämtliche organisatorische Prozesse, von der Wohnungssuche über die Mieterauswahl bis hin zur Kommunikation mit dem Vermieter bei Problemen in der Wohnung, sollen zudem online vonstattengehen. Bemerkenswert ist, dass sich laut der Studie zukünftig Menschen sämtlicher Altersklassen diesen Wandel wünschen; seien es Studenten oder Senioren.

Aber nicht nur die digitale Infrastruktur wird ein wichtiger Faktor für Mieter sein. Denn der Faktor „Behaglichkeit“, also das Wohlbefinden am Wohnort, wird ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Der Mieter der Zukunft wünscht sich hiermit, aktiv in die Nachbarschaft eingebunden zu werden. Dies soll über online organisierte, gemeinschaftliche Aktivitäten, wie Unternehmungen und gemeinsame Feiern ermöglicht werden. Neben den sozialen und digitalen Aspekten soll auch der Beruf in solche Nachbarschaften integriert werden. So prognostizieren die Institute eine verstärkte Bildung von Home Offices, sowie sogenannter „Coworkingorte“, an welche die Arbeit ausgelagert werden kann. Auch wenn die tatsächliche Umsetzung eine Herausforderung darstellt und viele praktische Fragen aufwirft: Der Bedarf, vor allem an Mietwohnungen, wird auch in der Zukunft nicht abreißen.

Bereits 2008 und 2013 wurde mit „Wohntrends 2020“ und „Wohntrends 2030“ ein Blick in die Zukunft gewagt. Für dieses Mal haben die Institute 3.000 Vermieter und Mieter zwischen Ende März und Ende Mai 2018 befragt. Die Ergebnisse wurden anschließend mit wissenschaftlichen Zukunftsstudien kombiniert, um eine Prognose erstellen zu können.

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