Trendwende auf dem Immobilienmarkt 2018/2019?

Auswertungen zeigen: Auch 2018 entwickelte sich der Immobilienmarkt positiv. Überraschend sind dennoch einige zeitweilige Trendverschiebungen.

Einfamilienhäuser wurden 2018 häufiger nachgefragt als Eigentumswohnungen. Das ist zwar ungewöhnlich aber nicht unerklärlich. (Bild: pexels.com)

Wie bereits in den vorigen Quartalen verzeichnet der Immobilienmarkt im deutschlandweiten Vergleich keine Negativentwicklung. Mietpreise verhalten sich an den meisten Orten stabil und wuchsen im Schnitt um 2,3 Prozent. Ballungsräume verzeichneten 2018 sogar erneut ein deutliches Wachstum, in Berlin beispielsweise um 7,2 Prozent und Frankfurt 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, vermeldet das Beratungsunternehmen Forschung + Beratung (F +B).

Überraschend ist hingegen das Wachstumsverhältnis von Bestandsmieten und Neuvermietungen. Da Neuvermietungen beziehungsweise Erstvermietungen, zum Beispiel beim Neubau oder nach der Sanierung einer Wohnung, nicht unter die Mietpreisbremse fallen, fällt der Anstieg der Mietpreise hier meist deutlich höher aus als bei Bestandsmieten. Zusammengefasst bewegte sich das Wachstum  in den letzten acht Quartalen zwischen 0,3 und 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der IVD gibt nun bekannt, dass das Wachstum der Bestandsmieten erstmals höher ausfiele als das Mietpreiswachstum bei Erstvermietungen.

Auch bezüglich der Nachfrage nach Wohneigentum verhielt sich der Markt anders als gewohnt. Üblicherweise liegen die Quadratmeterpreise bei Eigentumswohnungen höher als bei Ein- oder Zweifamilienhäusern. Grund dafür ist, dass Ein- oder Zweifamilienhäuser fast ausschließlich von Selbstnutzern nachgefragt werden. Eigentumswohnungen als Kaufobjekt hingegen kommen sowohl für Selbstnutzer als auch Kapitalanleger infrage, entsprechend ist die Nachfrage traditionell höher. 2018 hingegen wurden auffallend viele Ein- und Zweifamilienhäuser nachgefragt, sie verteuerten sich im Schnitt um 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und erreichten damit den höchsten Stand seit acht Quartalen. Als Grund dafür geben Experten Förderungen des Bundes (Baukindergeld) und veränderte Zinskonditionen an.

Für 2019 rechnen Experten nicht mit einem Rückgang der Nachfrage nach Wohneigentum. Besonderer Anreiz könnte sein, dass Käufer von Wohneigentum möglicherweise bei den Kaufnebenkosten entlastet werden. Laut eines Vorschlags von Bundesjustizministerin Katarina Barley soll die Maklercourtage in Zukunft der zahlen, der den Makler beauftragt, das ist meist der Verkäufer. Zwar teilen sich in einigen Bundesländern Käufer und Verkäufer die Maklergebühren, in den meisten Fällen liegen die Kosten aber allein beim Käufer. Abhängig vom Bundesland liegen die Maklergebühren zwischen 5,95 und 7,14 Prozent des Kaufpreises.

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