Hohe Mietpreise zwingen Studenten zum Umdenken

In den letzten Jahren haben sich die Wohnkosten für Studenten insbesondere in Großstädten stark erhöht. Aus der Not heraus entstehen nun neue Konzepte.

Insbesondere Studenten haben es nicht leicht bei der Wohnungssuche. (Bild: CC License, stocksnap.io)

Die vielerorts stetig steigenden Mieten machen auch vor Studenten keinen Halt: Besonders in den größten Städten Deutschlands Frankfurt, Berlin, Hamburg und München sind die Mieten zuletzt rapide gestiegen. Dies geht aus dem aktuellen Studentenpreisindex hervor, welcher im Auftrag des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) mittels Daten von Immobilienportalen wie Immobilienscout24 und wg-suche.de angefertigt wird. Seit 2010 wurde insbesondere in Städten wie München (+51 Prozent) und Berlin (+67 Prozent) ein starkes Wachstum festgestellt.

Trotz des starken Anstiegs stellt Berlin mit durchschnittlich 385 Euro pro Monat aber nicht den kostspieligsten Wohnort dar: Davor befinden sich Studentenstädte wie Göttingen oder Münster (389 bzw. 392 Euro), sowie Großstädte wie Hamburg (427 Euro), Köln (431 Euro), Frankfurt (499 Euro) und an erster Stelle München mit durchschnittlich 634 Euro im Monat.

Für Erstsemester seien die hohen Kosten mittlerweile zu einem Faktor geworden, wenn es um die Wahl des Studienstandortes ginge, sagt der Leiter der Studie, Michael Voigtländer. Sein Lösungsansatz ist denkbar simpel: „Es muss mehr gebaut werden“. Auch wenn keine rückläufige Preisentwicklung erwartet werden könne, würden Neubauten den Preisanstieg zumindest „dämpfen“.

Aus dieser Situation heraus entstehen momentan zu tausenden sogenannte „Smartments“ – Mini-Apartments mit einem neuartigen Konzept. Ähnlich eines Studentenwohnheims kann hier eine kleine Wohnung innerhalb eines Wohnblocks gemietet werden. Auf rund 20 Quadratmetern erhalten Studenten eine vollmöblierte Wohnung mit einem Bett, Küchenecke, Badezimmer und Schreibtisch. Stauräume werden durch zahlreiche Einbauschränke und Regale geboten.

Dass sich die Mietkosten im oberen Spektrum von über 400 bis 500 Euro bewegen, versuchen die Projektentwickler neben der vollständigen Ausstattung (sowie sämtlichen im Preis enthaltenen Nebenkosten wie Strom, Heizung und Internet) auch mit kostenfreien Hausmeisterdiensten, der Bereitstellung von Waschräumen und Gemeinschaftsbereichen zu kompensieren. Diese sogenannten „Community Spaces“ können zum gemeinsamen Kochen oder Feiern genutzt werde. Somit können Mieter Kontakte knüpfen, sich bei Bedarf aber auch zurückziehen.

Insbesondere für ausländische Studenten sind die vollausgestatteten und durchorganisierten Einzimmerwohnungen im Box-Format eine unkomplizierte Alternative zu herkömmlichen Wohngemeinschaften: Einem Projektentwickler zufolge sei von 3.000 Bewohnern eines solchen Hauses knapp ein Drittel aus dem europäischen Ausland und aus Nordamerika hinzugereist. Auch wenn Smartments allein nicht für eine preisliche Entspannung auf dem Wohnungsmarkt sorgen – Platz zum Wohnen schaffen sie allemal.

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