Prognose der Immobilienweisen: Preissturz könnte bevorstehen

Trotz des intensiven Anstiegs der Immobilienpreise bestehe laut eines Gutachtens die Möglichkeit eines starken Sturzes – zumindest in den Ballungsgebieten der Metropolen.

Die ,,Immobilienweisen" sind sich uneinig: Kommt der große Sturz? (Bild: pexels.com)

Dem deutschen Immobilienmarkt geht es gut. So steigen seit mittlerweile acht Jahren die Kaufpreise stetig an. Einigen Stimmen im kürzlich veröffentlichten Frühjahrsgutachten des Immobilienwirtschaftsverbandes Zentraler Immobilien Ausschuss (ZIA) zufolge scheint dieser Zustand jedoch nicht ewig zu währen.

Deutschlands Mieten sind im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent gestiegen (inflationsbereinigt um 2,5 Prozent) – und damit stärker als im Jahr 2016 (3,1 Prozent). Damit erhöhen sich die mittleren Mietpreise auf 7,46 Euro/m² (von 7,15 Euro/m² in 2017). Gleichzeitig wachsen auch die Kaufpreise weiter an, wenn auch weniger stark als im Vorjahr. So betrug die Steigerung in 2017 7,9 Prozent, was einen leichten Rückgang um 0,9 Prozent im Vergleich zu 2016 bedeutet.

Laut Lars Feld, Direktor des Walter-Eucken-Instituts und einer der sogenannten „Immobilienweisen“ des ZIA, seien die Voraussetzungen für eine weitere positive Entwicklung weiterhin gegeben. So steigen die Preise in den Metropolen weiter an, während sich der Wohnraum verknappt und die Bauindustrie trotz hoher Aktivität die Nachfrage nicht vollständig bedienen kann.

Harald Simons sieht dies jedoch anders. Bereits vor einem Jahr prognostizierte der empirica Vorstand und Immobilienweise für Wohnimmobilien für die nächsten fünf Jahre einen bis zu 30-prozentigen Rückgang der Kaufpreise für Eigentumswohnungen in Metropolen wie Berlin, München, Hamburg und Frankfurt. Auch wenn es im vergangenen Jahr nicht dazu kam, hält Simons an seiner grundlegenden Prognose fest: So steige beispielsweise das Angebot durch die „Fertigungswelle“ in Berlin stärker als die Nachfrage, was die Zahl von neuen Mietverträgen reduziere.

Ähnlich sieht dies der Gutachter und Marktforscher Andreas Schulten von bulwiengesa. Durch den intensiven Wettbewerb auf dem Immobilienmarkt herrsche eine zunehmende Gefahr der Preisübertreibung. So sollten Investoren bereits vor dem Kauf die Verkaufsbedingungen prüfen, sollte sich die Prognose bewahrheiten.

Diese Seite ist auch verfügbar auf: English