Immobilieninvestments: Deutschland bleibt attraktiv

Einem aktuellen Bericht zufolge ist der deutsche Immobilienmarkt dynamisch und lukrativ. Wunschlos glücklich sind die Investoren aber nicht.

Trotz diverser Auflagen erfreut sich der deutsche Immobilienmarkt einer hohen Beliebtheit. (Bild:pexels.com)

Deutschland ist auch 2018 ein lohnenswerter Standort für gewinnbringende Immobilieninvestments: Das sagen 94 Prozent aller Befragten im diesjährigen EY-Report „Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt“. Zwar ist der Anteil minimal gesunken (2017: 96 Prozent), aber ein Großteil der Befragten bleibe bei der Einschätzung: 42 Prozent sehen den Standort als attraktiv, 52 Prozent sogar als sehr attraktiv an. Eine gute Ausgangsbedingung für diesen Eindruck war die Entwicklung des Transaktionsvolumens: 2017 stieg es um 10,8 Prozent auf 72,8 Mrd. Euro.

Dabei werden die „unverändert sehr guten Rahmenbedingungen für Investments“, die „politische Stabilität“ und die „wirtschaftliche Sonderstellung“ gelobt, welche den Standort zusätzlich „in den Fokus asiatischer Investoren“ rückten. Aber auch schon im europäischen Vergleich gibt es hohen Zuspruch: 56 Prozent betrachten Deutschland in diesem Zusammenhang als „sehr attraktiven“, 37 Prozent noch als „attraktiven“ Investitionsstandort. Hier wird die „starke Position in der EU“ hervorgehoben und prognostiziert, dass radikale Zinsveränderungen ausbleiben würden.

Unmittelbare politische Entwicklungen scheinen für 2018 keinen wesentlichen Einfluss auf den deutschen Immobilienmarkt zu haben. Die Anzahl derjenigen, die Instabilität als Faktor für Unsicherheiten sehen, ist seit dem Vorjahr zwar von 35 Prozent auf 47 Prozent gestiegen; innenpolitischen Ereignissen wie der vergangenen Bundestagswahl messen 86 Prozent aber keinen Einfluss bei. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es keine Wünsche an die neue Regierung gibt.

So hoffen 89 Prozent auf eine stärkere Wohnraumförderung und 83 Prozent auf eine Deregulierung von Bauvorschriften. Zweifelsohne ist die Abschaffung von Einschränkungen beim Bau und Handel mit Immobilien ein Kernpunkt für Investoren. 79 Prozent wünschen sich hier eine Aufhebung der in 2015 eingeführten Mietpreisbremse, fast drei Viertel halten die EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinien und die Energieeinsparverordnung (EnEV) für zu streng (76 Prozent bzw. 74 Prozent). Weniger eindeutig fallen die Meinungen zu einer möglichen Unterbindung von Share-Deal Vorteilen aus. So wäre mit 55 Prozent eine leichte Mehrheit – wahrscheinlich bestehend aus kleineren und privaten Investoren –  damit einverstanden.

Das Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt wird seit mittlerweile elf Jahren vom Ernst & Young Netzwerk veröffentlicht. Kern der diesjährigen Studie ist eine Umfrage mit rund 220 Investoren, welche in den vergangenen Jahren am deutschen Immobilienmarkt aktiv gewesen sind. Durch eine Vielzahl an verschiedenen befragten Unternehmen wird ein repräsentativer Querschnitt abgebildet: Darunter Banken, Immobilienfonds, Kapitalanlagegesellschaften, Projektentwickler, Wohnungsgesellschaften und Privatpersonen.

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