Immobilien in Frankfurt: Attraktiv für asiatische Geschäftsleute

Der Brexit erhöht Frankfurts Attraktivität im Bankensektor. Andere Branchen ziehen jetzt nach.

(Bild:pexels.com)

Berichten von „Bloomberg“ und dem „Handelsblatt“ zufolge wird nicht nur die Deutsche Bank den Großteil ihres Investmentgeschäfts von London nach Frankfurt verlegen. Auch große asiatische Banken werden in den nächsten Jahren den Markt zunehmend die Geschäfte von Frankfurt aus intensivieren. Grund dafür ist unter anderem, dass Großbritannien nach seinem Austritt aus der EU im Jahr 2019 mit großer Wahrscheinlichkeit nicht uneingeschränkt am europäischen Binnenmarkt agieren kann. Banken werden damit nicht in der Lage sein von London aus mit den verbleibenden 27 EU-Staaten ohne zuvor erworbene Banklizenz Geschäfte zu tätigen – zugunsten von Frankfurt. Hubertus Väth, CEO der Frankfurt Main Finance e.V., ist zuversichtlich, dass bis Ende des Jahres 1.000 neue Arbeitsplätze in Frankfurt geschaffen werden. Bis 2021 wird sich die Zahl auf etwa 10.000 erhöhen.

Dadurch werden ausländische Fachkräfte mit hohem Vermögen auf Frankfurt aufmerksam. Laut JLL wenden sich vor allem Chinesen Frankfurt zu. Rund 16.000 Chinesen leben derzeit in Frankfurt. Allein im Jahr 2015 haben 500 Einkäufer aus China eine Immobilie in Frankfurt erworben. Nur ein Jahr später, im Jahr 2016, verdoppelte sich die Anzahl chinesischer Wohnungskäufer. Besonders 1 oder 2-Zimmer-Wohnungen mit ca. 50 m² Wohnfläche in Neubauten sind bei chinesischen Käufern beliebt, die ihr Kapital in Europa investieren. Immobilien im Ausland zu erwerben ist für Chinesen insofern attraktiv, als dass es für sie die einzige Möglichkeit darstellt Eigentum zu erwerben. Innerhalb der Volksrepublik China werden für Immobilien keine Eigentumsrechte, sondern lediglich Nutzungsrechte für 70 Jahre erworben. Das erhöht die Nachfrage seitens der Chinesen nach Immobilien außerhalb des eigenen Landes. Auch wenn der Anteil der chinesischen Bevölkerung, der finanziell in der Lage ist Kapital im Ausland anzulegen, mit vier Prozent relativ gering ist, entsprechen diese vier Prozent in absoluten Zahlen 40 Millionen Menschen. Dieses Kapital wird vornehmlich an langfristig attraktiven Standorten angelegt. Da London einiges an Attraktivität eingebüßt hat, tritt Deutschland für private Investoren aus China vor allem Deutschland in den Vordergrund.

Diese Seite ist auch verfügbar auf: enEnglish